Schörghuber will Lachszucht in Chile ausbauen

Schörghuber will Lachszucht in Chile ausbauen

Atlantiklachs, Pazifiklachs und Lachsforelle: Mit diesen drei Fischsorten hat das Münchener Familienunternehmen Schörghuber laut dem Handelslatt in den vergangenen Jahren das neue Geschäftsfeld „Seafood“ in Chile aufgebaut.  Das hat den Konzern viel Geld gekostet, denn der Bereich schreibt rote Zahlen. Trotzdem will Vorstandschef Klaus Naeve weiter in die Sparte investieren. „Wir wollen und müssen größer werden, auch durch Kooperationen und Übernahmen“, sagte der Manager dem Handelsblatt.

Es hat seinen Grund, dass die Gruppe an dem eher exotischen Bereich in Südamerika festhält. „Damit diversifizieren wir den Konzern“, meint Eigentümerin Alexandra Schörghuber. „Es ist ein anderer Währungsraum, eine andere Region und ein völlig anderes Geschäft.“ Bisher stand das Unternehmen auf den drei Säulen Getränke, Bau und Immobilien sowie Hotels. Doch Unternehmerin Schörghuber ist überzeugt, dass die Lachszucht sich lohnen wird. „Die Menschheit braucht Proteine, und Lachs ist ein sehr guter und günstiger Proteinlieferant.“

Dieses Jahr werde die Sparte noch einmal einen Verlust hinnehmen müssen, sagt Vorstandschef Naeve. Details nannte Naeve aber nicht.  „Erst haben die Hafenarbeiter in Chile gestreikt, dann konnte der Fisch wegen des Wintereinbruchs in  Nordamerika nicht ausgeliefert werden. Da fehlen uns zweieinhalb Monate.“ Kommendes Jahr sei jedoch Schluss mit den roten Zahlen: „Wir werden mit unserer Lachszucht noch sehr viel Freude haben.“

Die Familie Schörghuber zieht schon seit mehr als zehn Jahren in großem Stil in Chile Lachse auf. Damals haben die Bayern den Hersteller Ventisqueros übernommen. Zunächst führte Schörghuber die Firma als private Beteiligung. Erst vor drei Jahren gliederte die Familie den Betrieb in den Konzern ein. 2013 erziele die Division „Seafood“ mit knapp 1.600 Mitarbeitern  einen Umsatz von rund 174 Millionen Euro.

Die Fische haben absolut nichts mit dem Rest des Unternehmens zu tun. Doch so was hat die Schörghubers noch nie abgeschreckt. Einst sind sie ins Flugzeugleasing eingestiegen, obwohl sie zuvor nur in Immobilien gemacht hatten.

Das mit Abstand meiste Geld verdient Schörghuber bis heute mit der Tochter Bayerische Hausbau. Das Brauereigeschäft betreibt die Gruppe größtenteils in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Heineken. Die bekanntesten Marken sind Paulaner und Hacker-Pschorr.

Alexandra Schörghuber hat ihre Firma in den letzten Jahren tiefgreifend umgebaut. Das mehrere Jahrzehnte betriebene Flugzeugleasing gehört seit 2012 nicht mehr zum Geschäft. Das Management der Hotels gab sie an den Partner Starwood ab. Die gelernte Hotelkauffrau war nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemanns im Jahr 2008 in den Vorstand der Gruppe eingezogen. Die Führung überlässt sie Manager Naeve.

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Das Familienunternehmen Schörghuber vertraut weiter auf das Geschäft mit Fisch, obwohl die neue Sparte rote Zahlen schreibt. Vielmehr soll der exotische Bereich noch ausgebaut werden. Das hat strategische Gründe.
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